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G L O S S A R

 

Anbei Erläuterungen für Begriffe, die mir während meiner langjährigen Krankheitsgeschichte begegneten - teilweise ergänzt mit persönlichen Anmerkungen.

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Abdominal
Den Bauch betreffend
Adjuvante Therapie
Wenn nach der vorhergegangenen Therapie (Operation, Strahlentherapie) kein Tumor mehr nachweisbar ist, wird oft unterstützend (adjuvant) therapiert, zum Beispiel mit Chemotherapie (adjuvante Chemotherapie).
Akut
Plötzlich auftretend, schnell, heftig verlaufend; Gegensatz: chronisch.
Alphafetoprotein (AFP)
Eiweißgruppe, die im Gewebe von Embryos vorkommt, bei Erwachsenen normalerweise nicht. Das Wiederauftreten von AFP kann das Anzeichen einer Tumorerkrankungen sein. Bei Leber- und Hodentumoren wird das AFP als Tumormarker verwendet.
Anämie
Blutarmut; Verminderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und/oder des Anteils der roten Blutkörperchen unter den Normwert. Oft indirekte Folge von Chemo- und/oder Strahlentherapie, die im Extremfall Bluttransfusionen notwendig macht. Zeichen einer Anämie sind Blässe, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlappheitsgefühl.
Anästhesie
Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreizen als Krankheitsfolge oder infolge einer Narkose.
Andrologie
Männerheilkunde; Lehre vom Bau und der Funktion der männlichen Geschlechtsorgane und deren Erkrankungen.
Angiographie
Darstellung von Blutgefäßen durch Injektion eines Röntgenkontrastmittels und anschließende Anfertigung von Serienbildern (Angiogramme). Im Rahmen der Vorbereitung komplizierter Operationen ist manchmal eine Angiographie notwendig, um die Gefäße im Operationsgebiet darzustellen.
Anus
After
Antiemetikum
Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen. Viele Zytostatika verursachen Übelkeit und Erbrechen, die sich oft mit Antiemetika vermindern oder behandeln lassen.
Arterie
pulsierendes Blutgefäß; führt sauerstoffreiches, helles Blut vom Herzen zu den zu versorgenden Organen und sauerstoffärmeres, dunkleres Blut vom Herzen der Lunge zu, wo es wieder mit Sauerstoff beladen wird.
Atrophie
Gewebeschwund
Audiometrie
Verfahren zur Untersuchung der Gehörfunktion mit speziellen Tongeneratoren, die einzelne Frequenzen mit bestimmter Lautstärke erzeugen. Nachsorgeuntersuchung insbesondere nach Chemotherapie mit Platinsubstanzen, die bei Hodentumoren verabreicht werden (zum Beispiel Cisplatin, Carboplatin)

Benigner Tumor
"Gutartige" Wucherung, die keine Metastatsen bildet.
Beta-HCG
Körpersubstanz, deren Vorhandensein auf einen Tumor oder andere Erkrankungen hinweist und während einer Therapie und auch im Rahmen der Nachsorge überwacht wird (weiteres Beispiel für einen Tumormarker: Alphafetoprotein).
Biologische Therapie
Behandlung zur Stimulierung des Immunsystems, damit dieses Krankheiten besser abwehren kann (Immuntherapie).
Biopsie
Entnahme von Gewebe, das auf seine Beschaffenheit untersucht wird. Damit können gutartige oder bösartige Veränderungen festgestellt werden.
Blasenkatheter
Instrument zur einmaligen oder längerfristigen künstlichen Harnableitung zum Beispiel bei Abflussbehinderungen des Urins unterhalb der Harnblase.
Bleomyzin
Zellgift, Bestandteil einer Chemotherapie
Blutbild
Bestimmung der Zahl von roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen mittels einer Blutprobe; diagnostische Maßnahme während der Krebsbehandlung zur Kontrolle der Knochenmarkfunktion.
Blut-Hirn-Schranke
Nur teilweise für bestimmte körpereigene und -fremde Stoffe durchlässige Schranke zwischen Blut und Gehirn (vermutlich bestehend aus speziellen Zellen in den Wänden und der Umgebung von Hirngefäßen). Manche Zytostatika können aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren.
Chemotherapie
Behandlung mit Zellgiften, bei der Tumorzellen abgetötet oder am Wachstum gehindert werden. Dabei sollen gesunde Zellen möglichst wenig beeinträchtigt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten gibt es seit Ende der 70er zur Bekämpfung von Hodenkrebs hochwirksame Mittel (siehe auch Zytostatika, Cisplatin).
Chronisch
Langsam sich entwickelnd oder verlaufend; Gegensatz: akut.
Cisplatin
Chemotherapeutisches Mittel, das in Kombination mit anderen Zellgiften zur wirksamen Bekämpfung vieler Hodentumoren/Metastasen zum Einsatz kommt.
Computertomographie
Schichtweises Röntgen. Dabei werden die einzelnen Schichten durch den Computer zusammengesetzt, so dass sich ein dreidimensionales Bild ergibt, auf dem auch besonders kleine Tumore oder Metastasen sichtbar sind.
Diagnose
Erkennung und Benennung einer Krankheit.

Ejakulation (retrograde Ejakulation)
Wenn Lymphknoten im Becken- und Bauchraum entfernt werden (retroperitoneale Lymphadenektomie), liegen für die Ejakulation (Samenerguss) wichtige Nerven im Operationsgebiet. Durch deren Schädigung kann der Samenerguß vermindert sein oder fehlen (beim Orgasmus ergießt sich die Samenflüssigkeit direkt in die Blase). Wenn während der Operation der Verlauf der Nerven durch moderne Techniken genau ermittelt wird, tritt die retrograde Ejakulation heute im Gegensatz zu früher selten auf (unter 10% aller Fälle).
Elektrokardiographie (EKG)
Methode zur Registrierung der elektrischen Herzaktivität; zum Beispiel vor Operationen oder als Verlaufsdiagnostik im Rahmen einer Krebsbehandlung.
Endoskop
Optisches Instrument mit dem Hohlorgane - zum Beispiel Blase oder Magen - von innen angeschaut werden können.
Enterokokken
Enterokokken werden der Gruppe der Milchsäurebakterien zugeordnet. In unserer Umwelt kommen Enterokokken im Tier und Menschen sowie in manchen Lebensmitteln wie zum Beispiel Käse vor.
Enzyme
Eiweißstoffe, die Stoffwechselreaktionen steuern.
epithelial
Bestimmter Gewebe- bzw. Zelltyp. Haut, Schleimhäute, Lunge und Magen-Darm-Trakt sind epitheliale Organe.
Erythropoietin (EPO)
Wachstumsfakor zur Bildung von roten Blutkörperchen.
Erythrozyt (Ery)
Rote Blutkörperchen
Etoposid
Zellgift, Bestandteil einer Chemotherapie
Fibrose
Vermehrung des Bindegewebes durch Neubildung von Fasern. Daraus resultiert eine Narbenbildung
Ganzkörperhyperthermie
Die Ganzkörperhyperthermie wird in Verbindung mit Chemotherapie bei fortgeschrittenen Tumorleiden eingesetzt. Angestrebt wird eine Körperkerntemperatur bis maximal 42°C.
Gonaden
Hoden
G-CSF, GM-CSF
Wachszumsfaktoren zur Bildung bestimmter Leukozyten.

Hämatom
Unter einem Hämatom versteht man den Austritt von Blut aus den Blutgefäßen in das umliegende Körpergewebe. Die Ursache für den Blutverlust in das Gewebe ist meist eine Verletzung einer Vene oder einer Arterie
Hämoglobin (Hb)
Roter Blutfarbstoff in den Erythrozyten, der am Sauerstofftransport beteiligt ist. Bei einer Anämie (Blutarmut) ist das Hämoglobin vermindert. Nach der letzten großen OP im Jahre 2001 hatte ich für längere Zeit einen verringerten Hb-Wert.
Heparin
Heparin hemmt die Blutgerinnung
Hickman-Katheter
Bestimmte Form eines venösen Katheters, der längere Zeit im Körper bleibt. Auch ich erhielt im Rahmen einer Krebsbehandlung einen solchen Verweilkatheter.
Histologie
Lehre von den Geweben des Körpers. Bei der histologischen Untersuchung wird das Gewebe auf seine einzelnen Bestandteile untersucht. Sie dient damit der Diagnose bei Verdacht auf einen Tumor.
ICSI (intrazytoplasmische Spermatozoeninjektion)
Unter einem speziellen Mikroskop wird ein einzelnes Spermium in eine dünne Pipette aufgezogen und direkt in die Eizelle eingebracht.
Ifosfamid, auch Holoxan
Zellgift, Bestandteil einer Chemotherapie
Immunsystem
Abwehrsystem gegen körperfremde Stoffe oder Organismen (zum Beispiel Bakterien oder Viren).
Immuntherapie
Behandlung von Patienten unter Ausnutzung der körpereigenen Immunfunktion.
Infektion
Ansteckung: Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen, Viren und Parasiten in den Organismus, wo sie haften bleiben und sich vermehren.
Infertilität
Unfruchtbarkeit
Infusion
Einbringen von Flüssigkeiten in den Körper, meist über einen längeren Zeitraum über einen venösen Katheter zur Zufuhr von Wasser, Elektrolyten, Eiweißen, Medikamenten im Rahmen einer intensiven Behandlung. Viele Zytostatika sowie unterstützende Medikamente und Blutplasmaprodukte im Rahmen einer Krebstherapie werden in Form von Infusionen verabreicht.
Injektion
Relativ schnelles (im Gegensatz zur Infusion) Einbringen von gelösten Arzneimitteln in den Körper (zum Beispiel über die Vene, in den Muskel, unter die Haut).
Intravenös
Die Verabreichung von Medikamenten oder Kontrastmitteln in die Vene.
Inzidenz
Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Ereignis vorkommt.
IVF In-Vitro-Fertilisation
Bei dieser Form der Behandlung erfolgt die Befruchtung außerhalb des Mutterleibes: Ei- und Samenzellen werden in einer Glasschale zusammengebracht und nach der Befruchtung über einen dünnen Schlauch zurück in die Gebärmutter gegeben.

Kalium
Ein für den Menschen lebensnotwendiges chemisches Element (Alkalimeztall). Seine Gesamtkonzentration wird in der Regel im Blut nachgewiesen. Es hat wichtige Aufgaben bei der Erregbarkeit von Nerven, für die Funktion von Muskelzellen und das Gleichgewicht des Wasserhaushaltes im Körper.
Karzinogen
Substanz, die die Möglichkeit der Krebsentstehung erhöht. Die Behandlung mit manchen Zytostatika kann zum Beispiel langfristig zu sogenannten Zweittumoren führen.
Karzinom
Bösartiger Tumor, der in den Ephitelgeweben entsteht, zum Beispiel in der Haut, den Schleimhäuten der Lunge, verschiedenen Drüsen, der Innenauskleidung der Harnblase und anderer Organe. 80-90% aller bösartigen Tumore sind Karzinome.
Katheter
Röhren- oder schlauchförmiges, starres oder biegsames Instrument, das in bestimmte Körperhöhlen, Gefäße oder Organe eingebracht wird. Dabei wird entweder etwas entnommen (zum Beispiel Blasenkarheter) oder es wird eine Substanz eingebracht (zum Beispiel Kontrastmittel).
Keimzelltumoren
Sie gehen von den Keimdrüsen (Eierstöcke oder Hoden) aus. 90% aller Hodentumoren sind Keimzelltumoren
Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie - MRT)
Bildgebendes Untersuchungsverfahren ohne Strahlenbelastung. Ein von außen um den Körper erzeugtes starkes, aber ungefährliches Magnetfeld veranlasst das Gewebe Signale zurückzusenden. Diese können von einem Computer zu einem Bild vom Körperinneren zusammengesetzt werden.
Klassifikation
Einteilung in unterschiedliche Tumortypen, Beispiel für eine Klassifikation unter Stadieneinteilung.
Klinischer Versuch
In klinischen Versuchen werden Materialien und Methoden einer Studie systematisch untersucht Ziel ist es herauszufinden, ob die neue Behandlungsmethode bei ausgewählten Patienten bessere Ergebnisse bringt als bekannte Therapien.
Knochenmarktransplantation
siehe Stammzelltherapie
Kombinationstherapie
Kombination mehrerer Behandlungsverfahren, zum Beispiel Verbindung von Chemo-, Strahlentherapie und Operation.
Komplementäre Behandlung
Verbindung herkömmlicher Behandlungsmöglichkeiten (Chemo-, Strahlentherapie und Operation) mit biologischen Methoden.
Kortison
In der Nebennierenrinde werden eine Reihe Hormone produziert, die wichtige Funktionen und weit reichende Effekte auf Knochen und Muskeln, auf den Mineral- und Wasserhaushalt und damit den Kreislauf, auf den Stoffwechsel, das Immunsystem und das zentrale Nervensystem sowie auf das Blut und die Augen haben. Künstliche Weiterentwicklungen dieser Hormone werden zum Begriff Kortison zusammengefasst.
Krebs
Unkontrolliertes Wachstum von Körperzellen. Eine Krebserkrankung führt zu Tumoransiedlungen, die in das normale Gewebe eindringen. Im weiteren Verlauf bilden sich häufig Metastasen.
kurativ
Auf Heilung ausgerichtet, heilend.

Laparoskopie, laparoskopischer Eingriff
Hierbei führen die Operateure feine Instrumente in die Bauchhöhle ein, das Gewebe im Operationsgebiet wird viel weniger geschädigt als beim offenen Zugang. Als Narben bleiben lediglich die kleinen Einstichstellen der Arbeitsgeräte in der Bauchhaut zurück.
Lasix
Lasix ist ein stark harntreibendes Medikament, das bei der Chemotherapie verwendet wird.
Leukämie
Eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems, zum Beispiel in Form einer Überproduktion von weißen Blutkörperchen. Man unterscheidet akute Leukämieformen, die schnell und heftig auftreten und chronische, die langsam fortschreiten.
Leukozyten
Weiße Blutkörperchen; werden in verschieden Formen unterteilt, u.a. in Lymphozyten und Granulozyten und übernehmen bestimmte Funktionen im Immunsystem. Ihre Funktion im Immunsystems liegt zum Beispiel in der Abwehr und körpereigenen Bekämpfung von Infektionen. Die Anzahl der Leukozyten und ihrer Untergruppen wird im (Differential-) Blutbild erfaßt. Ihr Aussehen und Reifestadium wird durch mikroskopische Untersuchungen an Knochenmarkblut (nach einer Knochenmarkspunktion) analysiert.
Im Rahmen einer Krebsbehandlung mit Zytostatika kommt es durch die Immunsuppression oder auch Knochenmarksuppression zu einer verminderten Bildung von weißen Blutkörperchen und dadurch zu einer erhöhten Infektanfälligkeit.
Lokalanästhesie
Örtliche Betäubung.
Lokalrezidiv
Erneutes Auftreten eines Tumors an einer bereits vorher behandelten Stelle.
Lymphadenektomie (retroperitoneale Lymphadenektomie = RLA)
Ganz- oder halbseitige Entfernung der Lymphknoten im Becken- und Bauchraum um eine weitere Ausbreitung des Krebses zu verhindern. Neben der Chemotherapie eine häufig notwendige Therapieform, um die Rezidivrate (Rückfallrate) zu senken.
Lymphe
Trübe hellgelbe Flüssigkeit, die aus weißen Blutzellen (Lymphozyten), Antikörpern und bestimmten Nährstoffen besteht und im gesamten Körper zirkuliert.
Lymphknoten
Bestandteile des Lymphsystems.
Lymphom
Sammelbegriff für jede Geschwulst des Lymphgewebes, egal ob gut- oder bösartig.
Lymphozyten
Zellbestandteile des Blutes (gehören zu den Leukozyten), die zur Abwehr von Krankheiten und körperfremden Stoffen dienen (Immunsystem).
Lymphsystem
Dient als Filteranlage gegen körperfremde Stoffe und ist darüberhinaus an der Spezialisierung der Lymphozyten beteiligt.

Maligner Tumor
Bösartiger Tumor, der wachsen und sich auf das umliegende Gewebe ausbreiten kann. Bei manchen Tumorformen lösen sich Tumorzellen ab und bilden in anderen Körperteilen Metastasen.
Marker
Körpersubstanz, deren Vorhandensein auf einen Tumor oder andere Erkrankungen hinweist und während einer Therapie und auch im Rahmen der Nachsorge überwacht wird (Beispiel für einen (Tumor)marker: Alphafetoprotein).
Metastase
Tochtergeschwulst, die entfernt vom Ursprungsherd an anderer Stelle im Körper entsteht. Die Ausbreitung der Tumorzellen erfolgt meist über die Blut- und Lymphbahnen.
Mischtumor
Mischtumoren setzen sich aus mindestens zwei der Gewebetypen Seminom, Nichtseminom und reifes Teratom zusammen. Mischtumore werden grundsätzlich wie Nichtseminome behandelt.
MRT (Magnetresonanztomographie)
siehe Kernspintomographie
Mutation
Genetische Veränderung einer Zelle. Veränderungen in Ei- und Samenzellen können vererbt werden.
Nachsorge
Nachsorgeuntersuchungen sind nicht nur bei abwartendem Vorgehen ausgesprochen wichtig, um die sehr guten Therapieergebnisse bei Hodentumorerkrankungen zu erreichen. Nach Abschluß einer Therapie beschrieben sind in der Regel in den ersten 2 Jahren Untersuchungen alle 3 Monate, später alle 4-6 Monate und ab dem 5. Jahr 1x jährlich nötig. Ohne eine konsequente Nachsorge wäre ich vermutlich heute nicht mehr am Leben!
Natrium
Für den Menschen lebensnotwendiges chemisches Element (Alkalimetall); seine Gesamtkonzentration wird in der Regel im Blut nachgewiesen; hat wie das Kalium wichtige Aufgaben bei der Erregbarkeit von Nerven, für die Funktion von Muskelzellen und das Gleichgewicht des Wasserhaushaltes im Körper.
Nebenniere
Eine paarige Drüse, die von Fettgewebe umgeben jeweils dem oberen Pol der Niere aufliegt und aus Mark und Rinde aufgebaut ist.
Nekrose
Veränderungen einer Zelle oder eines Gewebes, die nach nicht rückgängig zu machenden Ausfällen verschiedener Zellfunktionen entstehen, gleichbedeutend mit Zelltod; zum Beispiel als Folge einer Strahlen- oder Chemotherapie.
Nichtseminom
Dies ist ein Sammelbegriff von Gewebearten bösartiger Hodentumoren, die eben nicht reine Seminome sind. Nichtseminome können sich aus embryonalem Karzinom, Chorionkarzinom, Dottersacktumor, undifferenziertem Teratom oder einer Kombination dieser Gewebearten zusammensetzen. Für die Behandlung hat die Unterscheidung dieser Untergruppen keine Bedeutung - deshalb werden diese Gewebe pauschal als Nichtseminome bezeichnet. Die Therapie von Nichtseminomen unterscheidet sich von der bei reinen Seminomen.
Onkologie
Eine Fachrichtung der Medizin, die sich mit der Erforschung und Behandlung von Tumorerkrankungen beschäftigt.

PEB-Schema
Kombination der Zytostatika (Zellgifte) Cisplatin, Etoposid und Bleomycin
PET (Positronen-Emissions-Tomographie)
Während andere Diagnoseverfahren (Röntgen, Magnetresonanztomografie) die Form von Organen und deren krankhafte Veränderung untersuchen, dient die PET einer Diagnose der Aktivität und der Funktion von Organen und Stoffwechselvorgängen sowie der Feststellung von Metastasenbildungen bei einer Krebserkrankung. Im Prinzip wird dabei eine radioaktive Substanz in den Körper eingebracht, deren Strahlung mit speziellen Empfängern registriert und in ein digital bearbeitetes Bild umgesetzt wird (Schichtaufnahmen nach dem Prinzip der Computertomographie).
PIV-Schema
Kombination der Zytostatika (Zellgifte) Cisplatin, Ifosfamid und Vinblastin
Plasma
Der flüssige Bestandteil des Blutes, der nach Entfernung der weißen und roten Blutkörperchen übrig bleibt.
Plazebo
Scheinmedikament
Postoperativ
Nach einem chirurgischen Eingriff
Prävention
Vorbeugung.
Primärtumor
Der zuerst entstandene Tumor. In der Regel spricht man von einem Primärtumor, wenn Metastasen vorhanden sind.
Prognose
Voraussichtlicher Krankheitsverlauf; Abschätzung der Heilungschancen.
Prophylaxe
Verhütung und Vorbeugung gegen Krankheiten. Während einer Krebsbehandlung werden verschiedene prohylaktische Maßnahmen getroffen, um möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen der Behandlung vorzubeugen (zum Beispiel Gabe von bestimmten Medikamenten zur Infektionsprophylaxe bei Chemo).
Prostata
Vorsteherdrüse - Walnusgroße Drüse des männlichen Urogenitalsystems. Sie liegt unterhalb der Blase und umschließt den oberen Teil der Harnröhre. Sie sondert ein Sekret ab, das den Hauptteil des Samenergusses bildet.
Prothese
Künstlicher Ersatz für einen verlorengegangenen Teil des Körpers.
Protein
Eiweiß; Gruppe von komplexen organischen Verbindungen, die den wichtigsten aktiven Zellbestandteil bilden.
Radiologie, Radiologe
Lehre von den Strahlen und ihrer medizinischen, besonders diagnostischen und therapeutischen Anwendung. Ein Radiologe ist der entsprechende Facharzt.
Randomisierung
Zuteilung der Patienten auf verschiedene Therapieformen nach dem Zufallsverfahren.
Rehabilitation
Alle medizinischen, psychotherapeutischen, sozialen und beruflichen Maßnahmen, die eine Wiedereingliederung des Patienten in Familie, Gesellschaft und Berufsleben zum Ziel haben.
Remission
Zurückgehen von Krankheitserscheinungen. Man unterscheidet zwischen der kompletten Remission, bei der mit den üblichen Methoden kein Tumor mehr nachweisbar ist und der teilweisen (partiellen) Remission, bei der nicht alle Tumoranzeichen beseitigt sind.
Resektion
Operative Entfernung von kranken Organteilen.
Rezidiv
Rückfall - erneutes Auftreten eines Tumors nach vorheriger Behandlung bzw. Heilung. Ein Tumor kann am gleichen Ort (Lokalrezidiv) oder auch an anderer Stelle wieder auftreten. Je nach dem, in welchem zeitlichen Abstand zur Heilung ein Rezidiv auftritt, spricht man von einem Früh- oder Spätrezidiv.
Dreimal traten in meinem Fall Rezidive auf, das letzte nach mehr als 10 Jahren!
Rezidivprophylaxe
Maßnahmen, die eine erneutes Auftreten eines Tumors vermeiden sollen.
RLA
siehe Lymphadenektomie

Sarkome
Sarkome sind seltene Tumoren, die in zwei Hauptgruppen unterteilt werden können: Knochen- und Weichgewebssarkome. Weichgewebesarkome entstehen aus Bindegewebe.
Sekret
Zum Beispiel Ausscheidungen von Drüsen, die bestimmten Zwecken dienen (zum Beispiel Speichel, Magensaft, Galle).
Semicastratio
Entfernung eines Hodens
Seminom
Der Begriff beschreibt eine bestimmte Gewebeart von bösartigen Hodentumoren. Etwa die Hälfte aller Hodentumoren sind sogenannte Seminome. Im Gegensatz zu Teratomen sprechen Seminime auch auf eine Strahlentherapie an.
Serum
Der klare Anteil jeder Körperflüssigkeit, die von ihren Zellbestandteilen getrennt wurde. Bezieht sich in der Regel auf das Blutserum, die Flüssigkeit, die übrig bleibt, wenn man Blutkörperchen und Gerinnungsproteine entfernt hat.
Sonographie
Ultraschalluntersuchung - bildgebendes Verfahren, bei dem Schallwellen durch Gewebe in unterschiedlicher Weise reflektiert werden. Die reflektierten Signale werden für einen Monitor aufbereitet.
Spontanremission
Spontane Rückbildung eines Tumors ohne Therapie. In äußerst seltenen Fällen tritt eine solche unerwartete Genesung ein.
Stadieneinteilung (Staging)
Bezeichnet die Größe, die Ausbreitung eines bösartigen Tumors sowie die Anzahl der befallenen Lymphknoten. Wie andere Tumore auch werden Hodentumore in verschiedene Stadien eingeteilt. Zu dieser Stadieneinteilung gibt es verschiedene Methoden, die den Tumor aus klinischer und histologischer Sicht betrachten, die Größe des Tumors, Ausdehnung, Anzahl und Größe von Metastasen sind weitere Aspekte.
Die bei mir verwendete Klassifikation besagt folgendes:
pT steht für Primärtumor, Ausprägung: pT0 bis pT4
pT1: Tumor begrenzt auf den Hoden (dennoch Invasion des Tumors in Lymphgefäße möglich)
Histopathologische Grade: G1 bis G4 (diese Beurteilung erfolgt anhand von Schnittpräparaten)
G2: mäßig differenzierte Merkmalausprägung
Sonographie
Ultraschalluntersuchung - bildgebendes Verfahren, bei dem Schallwellen durch Gewebe in unterschiedlicher Weise reflektiert werden. Die reflektierten Signale werden für einen Monitor aufbereitet.
Spontanremission
Spontane Rückbildung (Remission) eines Tumors ohne Therapie. In äußerst seltenen Fällen tritt eine solche unerwartete Genesung ein.
Stammzellen
Sogenannte Vorläuferzellen aller Blutzellen.
Stammzelltherapie
Allogene und autologe Stammzelltherapie (auch Knochenmark- oder Stammzelltransplantation) - Bei der allogenen Stammzelltherapie stammen die transplantierten Stammzellen von einer anderen Person, wohingegen bei der autologen Stammzelltherapie die Zellen von dem Patienten selbst entnommen werden. Ein solche autologe Therapie kommt bei fortgeschrittenen Fällen von Hodenkrebs in Verbindung mit einer Hochdosischemotherapie (HDC) zum Einsatz:
Vor der radikalen Chemotherapie werden Stamzellen abgenommenen und im Anschluss an die Therapie wieder zugeführt (transplantiert), um die Blutbildung wieder zu ermöglichen (war bei mir 1990 der Fall).
Stenose, Striktur
Verengung von Gefäßen oder Hohlorganen.
Sterilität
Unfruchtbarkeit.
Strahlentherapie
Anwendung energiereicher Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen. Je nach Art der eingesetzten Strahlen unterscheidet man zwischen Röntgen-, Telekobalt- und Neutronentherapie .
Stressulcus
Komplikationsreiche Operationen können innerhalb weniger Stunden zu stressbedingten, blutenden Schleimhautdefekten (Stressulcus) führen.
Studie, klinische Studie
Eine Therapie-Studie, die mit Krebspatienten durchgeführt wird, ist dazu da neue Behandlungsmethoden zu beurteilen. Sie hat zum Ziel, neue und bessere Wege zu finden, an Krebs erkrankte Menschen zu helfen.
Symptom
Krankheitszeichen.
Szintigraphie
Bei diesem bildgebenden Verfahren werden schwach radioaktive Substanzen nach der Verabreichung kurzfristig im Gewebe gespeichert und lassen dort krankhafte Veränderungen erkennen.

Teratokarzinom
Ein komplizierter Mischtumor bestehend aus einem embryonalen Karzinom und einem Teratom.
Teratom
Gutartige Tumoranteile innerhalb eines Hodentumors. Trotz der Gutartigkeit können diese Tumoranteile durch langsames Größenwachstum zu Problemen führen. Reife Teratome sprechen nicht auf Chemotherapie an und müssen durch eine Operation entfernt werden.
TESE (testikuläre Spermatozoenextraktion)
Bei einer TESE wird für eine künstliche Befruchtung eine Gewebeprobe aus dem Hoden entnommen.
Testicular Cancer
Englische Bezeichnung für Hodenkrebs
Thrombose
Bildung eines Blutgerinnsels in Venen oder Arterien.
Tinnitus
Das Symptom Tinnitus bedeutet störende oder sogar schmerzhafte Ohrgeräusche zu empfinden, ohne daß äußere Wahrnehmungsquellen ausgemacht werden können.
Cisplatin kann Tinnitus verursachen, bedingt durch den Verlust an äußeren Haarzellen im Innenohr. Nach der Hochdosistherapie trat auch bei mir ein Tinnitus auf verbunden mit einer abfallenden Hörkurve bei höheren Frequenzen. Nach zwei Wochen gewöhnte ich mich an die Dauergeräusche.
TIN (testikuläre intraepitheliale Neoplasie)
Vorstufe eines Hodentumors, oft viele Jahre vor der klinischen Manifestation eines Tumors nachweisbar.
Thrombozyten
Blutplättchen, leiten die Blutgerinnung ein.
Tumor
Jede gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Geschwulst ist ein Tumor.
Tumormarker
Körpereigene Substanzen, die bei Tumorwachstum vermehrt gebildet werden. Der Nachweis dieser Tumormarker im Blut und Urin des Patienten dient hauptsächlich der Verlaufsbeobachtung und ergänzt weitere klinische Untersuchungen.
Ultraschalluntersuchung
Sonografie
Urologe
Ein Facharzt, der auf die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane spezialisiert hat.
Uromitexan
Medikament zum Schutz der Nieren und der Blase, Verwendung zusammen mit dem Medikament Ifosfamid (Mittel zur Chemotherapie).
Vinblastin
Zellgift, Bestandteil einer Chemotherapie
Viren
Kleinste Krankheiterreger, die keinen eigenen Stoffwechsel haben. Sie sind auf eine Wirtszelle angewiesen um sich weiter vermehren zu können und werden vom körpereigenen Immunsystem angegriffen.
Wachstumsfaktoren
Blutbildende Wachstumsfaktoren sind körpereigene Botenstoffe, die die Reifung verschiedener Blutzellen stimulieren. Sie stehen heute teilweise als gentechnisch hergestellte Produkte zur Verfügung (G-CSF, GM-CSF, Erythropoietin).
Zytostatika
Arzneimittel, die das Tumorwachstum hemmen oder die Tumorzellen direkt angreifen. Zytostatika, die ausschließlich Tumorzellen angreifen und gesunde Zellen schonen, gibt es bisher noch nicht (siehe auch unter Chemotherapie).
Zytotoxität
Schädlichkeit einer bestimmten Substanz für eine Zelle. Die Bezeichnung wird häufig für die unerwünschten Nebenwirkungen der Zytostatika verwendet.

Quelle: u.a. Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

 

 


 
 
 
   
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